In der neuen Folge von „Lesen ist…" trifft Buchhändlerin Anna Laganda auf Herbert Dutzler – den Altausseer Krimiautor, dessen Inspektor Gasperlmaier aus einem Schreibwettbewerb ins Leben getreten ist und heute Bestsellerlisten stürmt. Dutzler erzählt, wie er nach einer längeren Schreibpause wieder zur Literatur gefunden hat, und warum seine Reihe ohne große Pressearbeit allein durch Mundpropaganda und Lesungen gewachsen ist. Die beiden sprechen über das Ausseerland zwischen Heimatliebe und Overtourismus, über das Schreiben als Sucht, die man schwer loswird und darüber, warum Dutzler mit Verfilmung seiner Romane nicht immer zufrieden war.
In dieser Folge von „Lesen ist…" begrüßt Anna Laganda den österreichischen Krimiautor Herbert Dutzler in der Leselust-Lounge auf der Mariahilfer Straße 20. Dutzler ist der Schöpfer der Altaussee-Krimireihe rund um Inspektor Franz Gasperlmaier, einem Ermittler, der der hektischen Moderne mit derselben Gelassenheit begegnet wie sein Erfinder. Aufgewachsen im Ausseerland, lange als Lehrer tätig, hat Dutzler eine Erfolgsgeschichte hinter sich, die beweist: Manchmal ist Mundpropaganda stärker als jede Verlagskampagne.
Den Weg zu Gasperlmaier fand er über einen Schreibwettbewerb – und damit auch zu sich selbst als Autor zurück. Die ersten Bände starteten ohne großen Pressewirbel und wuchsen allein durch Lesungen und Empfehlungen. Bereits der zweite Band schaffte den Sprung in die Bestsellerlisten. Warum der direkte Kontakt mit Leserinnen und Lesern für ihn so zentral ist und warum ein bisschen mehr Abstand manchmal trotzdem nicht schaden würde, erzählt er offen im Gespräch.
Dazu sprechen Anna und Herbert über das Ausseerland ohne Schönfärberei: Kindheitserinnerungen, die Liebe zu Menschen, denen die Moderne zu schnell geht, aber auch der Overtourismus, der einen geliebten Ort zunehmend unter Druck setzt. Außerdem: Dutzlers Erfahrungen als Lehrer, sein Anspruch an sich selbst, und warum er bei der Verfilmung seiner Romane bewusst einen Schritt zurückgetreten ist. Und schließlich die Frage, die alle Schreibenden kennen: Ist Schreiben eine Sucht? Seine Antwort lässt kaum Zweifel.